Testamentformen

Testamentformen

 

Es gibt in Deutschland verschiedene Arten von Testamentformen.

Testament Handschriftlich verfassen

Die erste Möglichkeit ist es, ein eigenhändiges Testament zu erstellen. Dies ist persönlich, handschriftlich verfasst. Es muss von dem Erblasser handschriftlich verfasst sein, um die Echtheit nachweisen zu können. Ein auf dem Computer oder der Schreibmaschine geschriebenes Testament ist nicht wirksam. Ort, Datum sowie der vollständige Name müssen aus dem Testament klar hervorgehen. Der Erblasser muss das persönlich geschriebene Testament am Ende unterschreiben. Ein später hinzugefügter Nachtrag muss auch zusätzlich mit all diesen Angaben versehen werden. Vorteil bei dieser Art von Testament ist, dass keine Kosten für den Erblasser entstehen. Jedoch können hierbei viele Fehler gemacht werden und das Testament ist unter Umständen am Ende nicht rechtskräftig. Außerdem kann das Testament verschwinden oder nach dem Ableben nicht aufgefunden werden.

Testament notariell verfassen

Die zweite Variante ist das notarielle Testament. Hier erklärt der Erblasser einem Notar seinen letzten Willen oder übergibt diesem das eigenhändig verfasste Testament. Nachteile für den Erblasser bei dieser Form des Testaments sind die entstehenden Kosten. Allerdings besteht hier absolute Rechtssicherheit und das Testament ist auf jeden Fall auffindbar. Sobald man von der gesetzlichen Erbfolge deutlich abweichen will, oder man mit Erbstreitigkeiten rechnen kann, sollte man auf jeden Fall notarielle Beratung in Anspruch nehmen.

Gemeinschaftliches Testament ( Berliner Testament )

Die dritte Form ist das gemeinschaftliche Testament oder sogenannte Berliner Testament. Hier erklären Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner ihren gemeinsamen letzten Willen. Das Testament muss von beiden Partnern unterschrieben sein. Durch das gemeinschaftliche Testament kann der überlebende Partner Alleinerbe werden, was nach der gesetzlichen Erbfolge nicht möglich wäre. Allerdings können auch hier die gesetzlichen Erben ihren Pflichtteil einfordern. Das gemeinsame Testament wird unwirksam, wenn die Ehegatten vor dem Ableben des einen Partners geschieden waren.

Um sicher zu gehen, dass der Exehegatte nach dem Ableben nicht das Vermögen bekommt, obwohl dieser die leiblichen Kinder betreut, gibt es die Möglichkeit ein Geschiedenentestament zu erstellen. Im Falle des Ablebens einer Partei erben die minderjährigen Kinder. Damit der überlebende und nun versorgende Partner nicht das Erbe der Kinder ausgibt, kann der Erblasser einen Verwalter bestellen.

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Erbvertrag zu schließen. Hierbei unterschreiben beide Vertragsparteien, also der Erblasser und der Erbe. Durch diesen Vertrag ist der Erbe an die gestellten Bedingungen gebunden, allerdings kann auch der Erblasser nicht einfach diesen Vertrag aufheben und sein Vermögen jemand anderem hinterlassen.

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