Gemeinschaftliches Testament

Gemeinschaftliches Testament

 

Das gemeinschaftliche Testament, auch Berliner Testament genannt, ist ein gemeinsames Testament zwischen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern. Das Berliner Testament dient der Absicherung der beiden Partner. Der Ehegatte gehört nach der gesetzlichen Erbfolge nicht zu Erben eines Ranges, da durch eine Heirat keine Verwandtheit erlangt wird. Hier gilt gesetzlich das Ehegattenerbrecht. Hier erbt der überlebende Ehegatte neben den Erben der ersten Ordnung ein Viertel des gesamten Vermögens. Sind nur Erben der zweiten Ordnung vorhanden, erbt der überlebende Ehegatte fünfzig Prozent des gesamten Vermögens. Durch das Berliner Testament kann der überlebende Ehegatte als Alleinerbe eingesetzt werden. Allerdings können auch bei einem gemeinschaftlichen Testament die gesetzlichen Erben nicht willkürlich enterbt werden.

Das Berliner Testament wird gemeinsam von beiden Ehegatten bzw. Lebenspartnern aufgesetzt. Beide Partner müssen testierfähig sein und mit dem Inhalt des Testaments einverstanden sein. Das Berliner Testament kann nur von beiden Partnern geändert werden. Nach dem Ableben des einen Ehegatten bzw. Lebenspartner ist eine Änderung nicht mehr möglich. Beide Partner sollten sich bei der Erstellung eines gemeinsamen Testaments darüber Gedanken machen. Das Berliner Testament tritt automatisch außer Kraft, wenn die Eheleute geschieden sind oder die Scheidung eingereicht ist.

Vorteil des gemeinsamen Testaments ist die Absicherung des überlebenden Ehegatten. Jedoch können Zweifel aufkommen, was bei einer neuen Heirat des überlebenden Panters passiert. Im Zweifel fällt ein Teil des Vermögens dem neuen Partner und dessen Kindern zu und die eigenen Kinder werden um einen Teil ihres Erbes gebracht. Hierfür können die Eheleute eine Wiederverheiratungsklausel in das gemeinsame Testament aufnehmen. Diese Klausel regelt, wie mit dem Erbe gegenüber den Kindern bei einer Wiederverheiratung verfahren wird. So kann die Klausel zum Beispiel lauten „Bei einer Wiederverheiratung ist an unsere gemeinsamen Kinder ein Geldvermächtnis auszuzahlen. Die Höhe entspricht des gesetzlichen Erbteils der Kinder zum Zeitpunkt des Ablebens des verstorbenen Ehegattens“. Des Weiteren können Probleme mit den Kindern auftreten. In der Regel hat das Berliner Testament den Sinn, dass die Kinder erst ihren Erbteil bekommen, wenn der überlebende Partner auch verstirbt. Dies kann natürlich zu Streitigkeiten innerhalb der Familie führen. Das dritte Problem ist die Versteuerung. Die Erben müssen das Vermögen bei dieser Vorgehensweise zweimal versteuern. Erstmal hat der überlebende Ehegatte die Erbschaftssteuer zu zahlen. Verstirbt dieser ebenfalls, müssen die nun folgenden Erben erneut für dasselbe Vermögen Erbschaftssteuer zahlen.

Bei einem gemeinsamen Testament sollte man sich vorher gut informieren, was beiden Partnern wichtig ist, ob dies durchführbar ist und was für Konsequenzen die Entscheidungen nach dem Ableben des einen Partners haben.

 

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