Formulierungen eigenhändiges Testament

Formulierungen eigenhändiges Testament

Wenn man sein Testament eigenhändig verfassen möchte, muss man auf einiges achten. Wichtig ist, dass das Testament handschriftlich verfasst ist. Lediglich Ort und Datum dürfen maschinell geschrieben sein. Die handschriftliche Form ist wichtig, damit nachgewiesen kann, dass der Erblasser das Testament erstellt hat und dies wirklich sein letzter Wille ist. Zudem muss aus dem Testament klar hervorgehen, wer der Erblasser ist und wer die benannten Erben sind.

Eingangsformulierung

Eine mögliche Anfangsformulierung ist „Ich, Vorname Nachname, geboren am XX.XX.XXXX“ …. Durch die Benennung des vollständigen Namens und des Geburtsdatums ist klar definiert, wer der Erblasser ist. Selbstverständlich kann man auch noch seine Adresse zufügen, jedoch ist diese Angabe variabel, da sich die Adresse ändern kann. Weiter kann der Text dann lauten „….ordne an, dass“, „……hinterlasse mein Vermögen….“ oder „…..setzte als Erben ein…..“.

Nun hat der Erblasser verschiedene Möglichkeiten sein Vermögen aufzuteilen.

Erben ersten Ranges

Die einfachste ist, dass er sein Vermögen seinen Kindern vererbt. „….mein Vermögen zu gleichen Teilen meinen Kindern. Frau Vorname Nachname, geboren am XX.XX.XXXX und Herrn Vorname Nachname, geboren am XX.XX.XXXX“ Da es sich hier um die gesetzliche Erbfolge handelt, sind hier keine Streitigkeiten zu erwarten. Hat der Erblasser die Absicht, eins seiner Kinder zu enterben, kann er dies selbstverständlich im Testament verankern. „Ich enterbe meinen Sohn, Herr Vorname Nachname, geboren am XX.XX.XXXX“. Jedoch ist die vollständige Enterbung nur dann rechtskräftig, wenn schwerwiegende Gründe vorliegen. Diese sind im Bürgerlichen Gesetzbuch definiert. Zum Beispiel hat der Nachkomme des Erblassers seinen Eltern oder Geschwistern nach dem Leben getrachtet oder sich eines anderen schweren Verbrechens ihnen gegenüber strafbar gemacht, wurde zu einer Haftstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung verurteilt oder kommt vorsätzlich seinen Unterhaltspflichten nicht nach. Diese Gründe muss der Erblasser im Testament bei der Enterbung mit anführen; hier gilt die Nachweispflicht des Erblassers. Hat sich der Enterbte solcher Vergehen nicht schuldig gemacht, sondern ist aus andere Gründen bei dem Erblasser in Ungnade gefallen, bekommt er immer noch seinen Pflichtteil.

Ehegatten

Der Erblasser hat selbstverständlich auch die Möglichkeit, seinen Ehegatten als Erbe einzusetzen. Hierzu reicht der einfache Satz „Ich, Vorname Nachname geboren am XX.XX.XXXX, setzte meine Ehefrau, Frau Vorname Nachname, geborene Mädchenname, geboren am XX.XX.XXXX, als Alleinerbin ein“. Hier gilt natürlich, dass die gesetzliche Erbfolge nicht ungültig wird. Um Streitigkeiten zu vermeiden, kann der Erblasser nachfolgend noch verfügen „Meine Ehefrau, Vorname Nachname, ist Vorerbin. Als Nacherbin setzt ich meinen Sohn……“. Somit sollten Erbstreitigkeiten innerhalb der Familie vermieden werden, da die Kinder nicht enterbt werden, sondern nur nachfolgend eingesetzt werden.

 

Möglichkeiten, sein Erbe aufzuteilen, gibt es viele und ebenso viele Wege, dies zu formulieren. Grundsätzlich sollte man sich immer über die gesetzliche Erbfolge Gedanken machen und die Formulierungen des eigenhändigen Testaments sollten keinen Spielraum zulassen.

 

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