Formulierungen Berliner Testament

Formulierungen Berliner Testament

 

Bei einem Berliner Testament, auch gemeinsames Testament genannt, handelt es sich um den letzten Willen, den Ehegatten gemeinsam verfassen. Das Berliner Testament wird von beiden Ehegatten gemeinsam erstellt und kann auch nur von beiden gemeinsam geändert werden. Nur durch eine Scheidung werden die gegenseitigen Ansprüche aus dem Berliner Testament aufgelöst.

Bei der handschriftlichen Verfassung eines Berliner Testaments müssen die Ehegatten gut auf die Formulierung achten. Zudem muss es handschriftlich verfasst sein sowie mit Ort und Datum versehen sein. Die Formulierungen dürfen nicht falsch verstanden werden.

Eingangsformulierung

Eine mögliche Eingangsformulierung ist „Wir die Eheleute, Herr Vorname Nachname und Frau Vorname Nachname, geborene Mädchenname errichten hiermit unser gemeinsames Testament“. Durch die Benennung der vollständigen Namen wird deutlich gemacht, wer die beiden Erblasser sind. Die Eheleute müssen deutlich aus dem Testament hervorgehen, da es sich in diesem Fall um die Erblasser und im Regelfall auch um die Erben handelt.

Vorerbe

Der Sinn eines Berliner Testaments ist es, dass der hinterbliebene Ehegatte eine Stellung als Alleinerbe erhält. Da man die Kinder nicht einfach enterben kann, wird der Ehegatte in der Regel als Vorerbe eingesetzt. Sind aus der Ehe keine Kinder vorhanden, reicht die Formulierung „Wir Vorname Nachname und Vorname Nachname setzen uns gegenseitig als alleinige Erben ein“. Sind Kinder aus der Ehe hervorgegangen, sollten diese immer mit erwähnt werden. Wir Vorname Nachname und Vorname Nachname setzen uns gegenseitig als alleinige Vorerben ein“. Dieser Satz bedeutet, dass danach immer Nacherben benannt werden.

 

Nacherbe

Wenn beide Ehegatten verstorben sind, erben die Nacherben. Dies sind im Regelfall die Kinder. Der Text des Berliner Testaments kann dann weiter lauten „Schlusserben in gesetzlicher Erbfolge sind unsere gemeinsamen Kinder, Frau Vorname Nachname, geborene Mädchenname und Herr Vorname Nachname“. Selbstverständlich können die Erblasser das Erbe auch anders aufteilen, als in der gesetzlichen Erbfolge vorgesehen.

Pflichtteilsklausel

Dies bedeutet, dass die Schlusserben nicht Ihren Pflichtteil einfordern können, solange der länger Lebende Ehegatte noch nicht verstorben ist. Diese Klausel kann wie folgt formuliert sein „Fordert einer der Pflichtteilsberechtigten beim Ableben des Erstversterbenden seinen Pflichtanteil ein, so wird dieser vom Gesamterbe ausgeschlossen“. Es ist den Erblassern auch möglich, deren Kinder auszuschließen.

 

 

 

Die oben beschriebenen Formulierungen sind die Eckpunkte eines Berliner Testaments. Generell gilt immer, ein eigenhändiges Testament, auch wenn es sich um ein Berliner Testament handelt, ist handschriftlich zu verfassen, da es sonst nicht gültig ist. Änderungen sind nur gemeinsam möglich. Ändern die Erblasser das Testament, hat immer das Testament mit dem neueren Datum Gültigkeit. Bei einer Scheidung wird das Berliner Testament ungültig. Jedoch weisen wir darauf hin, dass dies nur Beispiele sind, die keine nachgewiesene Rechtskräftigkeit besitzen.