Das letzte Testament

Das letzte Testament

Jeder Mensch kann sein Testament ändern oder widerrufen, solange er testierfähig ist. Dies bedeutet, dass der Erblasser seine eigene Meinung ohne die Einwirkung dritter Personen bilden kann und sich über die Tragweite und Konsequenzen seiner Entscheidung bewusst ist. Laut bürgerlichem Gesetzbuch ist ein Erblasser nicht mehr testierfähig, wenn er wegen krankhafter Störung der Geistestätigkeit, wegen Geistesschwäche oder Bewusstseinsstörung nicht in der Lage ist, die Bedeutung und Tragweite seines Testaments zu erkennen. Jedoch wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch testierfähig ist bis die Testierunfähigkeit nachgewiesen ist.

Neben der geistigen Verfassung muss auch die Form gewahrt werden. Je nach Art des Testaments gibt es einige gesetzliche Vorschriften zu berücksichtigen.

Bei einem handschriftlichen Testament gibt es die Möglichkeit, das vorhandene Testament zu vernichten und ein neues zu erstellen. Möchte der Erblasser nur einen Nachtrag zu seinem vorhandenen handschriftlichen Testament erstellen, muss dieser Nachtrag mit Ort und Datum versehen sein, damit jeder erkennen kann, dass dieser Passus nachträglich erstellt wurde. Der Nachtrag muss auch extra unterschrieben werden.

Hat der Erblasser ein öffentliches Testament über einen Notar verfasst, kann er jederzeit bei seinem Notar das Testament ändern lassen. Der Erblasser kann seinem Testament auch handschriftlich beim Amtsgericht etwas hinzufügen und wieder beim Amtsgericht hinterlegen. Ein notarielles Testament wird vollständig widerrufen, wenn der Erblasser die Herausgabe fordert und das Testament nicht wieder verwahren lässt.

Haben Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner ein gemeinschaftliches Testament erstellt, müssen beide Partner der jeweiligen Änderung zustimmen. Die Vorgehensweise ist identisch mit den oben genannten Varianten, da es sich bei einem gemeinsamen Testament grundsätzlich auch immer um ein handschriftliches Testament oder öffentliches Testament handelt. Sind die Ehepartner zum Zeitpunkt des Ablebens bereits geschieden, oder ist die Scheidung eingereicht, ist das gemeinschaftliche Testament ungültig.

Es ist ratsam, dass jeder Erblasser sein Testament regelmäßig überprüft und entsprechend anpasst, solange er testierfähig ist. Denn im Laufe der Zeit ergeben sich Fügungen, die eine Änderung des Testaments notwendig machen. Wird ein Testament als ungültig erklärt, gilt automatisch die gesetzliche Erbfolge und diese ist oftmals nicht im Sinne des Erblassers.

Mehr Informationen finden sie auch hier auf den folgenden Seiten